Mobilität rund um den Arbeitsplatz
Wie beurteilen Sie die Entwicklung der letzten Jahre? Hat sich das Mobilitätsverhalten der Vorarlbergerinnen und Vorarlberger merklich verändert?
In den letzten Jahren haben wir die Qualität und Dichte des Öffentlichen Verkehrsnetzes in Vorarlberg gesteigert: Züge und Busse bedienen über 1.900 Haltestellen, verbinden Wohn-, Arbeits- und Veranstaltungsorte, Schulen und Kindergärten. Und das mittlerweile immer tiefer in die Nacht hinein und mit dichtem Fahrplan – auch am Wochenende. Analog dazu verzeichnen wir einen kontinuierlichen Zuwachs an Fahrgästen aller Altersstufen. Dass die Vorarlbergerinnen und Vorarlberger im Sinne einer „bewussten Mobilität“ Bus & Bahn immer stärker nützen zeigt mir, dass sowohl Angebot als auch Nachfrage stimmen.
2007 wurde unter der Dachmarke „Vorarlberg Mobil“ die Initiative „Wirtschaft Mobil“ ins Leben gerufen. Wie können die Vorarlberger Betriebe davon profitieren?
Das Ziel von „Wirtschaft Mobil“ ist die Reduktion des mitarbeiter-bezogenen PKW Verkehrs im, zum und vom Dienst. Den Mitarbeitern werden Bus & Bahn, das Fahrrad oder zu Fuß gehen als alternative Wege zum Arbeitsplatz ins Bewusstsein gerufen. Die Vorteile für Unternehmen liegen auf der Hand: Generell führt betriebliches Mobilitätsmanagement zu einer Entschärfung von Parkplatzproblemen und einer Entlastung der Verkehrssituation rund um das Unternehmen. Kosten für die Bereitstellung von Mitarbeiter Parkplätzen werden eingespart und die Flächen können anderweitig genutzt werden. Eine Firma profitiert von gesunden, fitten und ausgeglichenen Mitarbeitern, die nicht schon auf dem Weg zur Arbeit Stress und Ärger ausgesetzt sind. Außerdem honorieren bestehende und potenzielle Kunden das sichtbare Engagement für Mensch und Umwelt. Neben den Kosten- und Imagevorteilen leisten die Unternehmen nicht zuletzt einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und der Verringerung des CO2 Ausstoßes.
Vier Harder Unternehmen sind im Rahmen eines betriebsübergreifenden Pilotprojektes mit gutem Beispiel voran gegangen. Ein Projekt, das in Vorarlberg Schule machen sollte?
Bei den Harder Arbeitgeberbetriebe Alpla, Faigle, Künz und Mawera steigen im Zuge des regionalen Mobilitätsmanagements plan-b 10% der Mitarbeiter probeweise auf Bus & Bahn um. Jeder Mitarbeiter, der sich beteiligt, erhält eine persönlichen Fahrplan und das für Mitarbeiter kostenlose Schnupper-Jobticket für zwei Wochen. Unterstützt wird das Projekt von der Wirtschaftskammer, dem Verkehrsverbund Vorarlberg und dem Landbus Unterland. Die vier Harder Unternehmen haben sich damit auf jeden Fall als Vorreiter im Bereich des Mobilitätsmanagements positioniert. Dass dieses Projekt in Vorarlberg Schule macht, würde ich mir natürlich wünschen. Mit der Investition von jährlich mehr als 70 Mio. Euro in den Ausbau und Unterhalt des Öffentlichen Personen Nahverkehrs wird ein sehr gutes Angebot an Öffentlichen Verkehrsmitteln gewährleistet. Ich hoffe, dass viele weitere Firmen ihren Angestellten dieses Angebot mit einem Jobticket zugänglich machen werden – im eigenen Interesse und zum Wohl der Mitarbeiter.
Welches Potenzial steckt vorarlbergweit noch im Thema Mobilitätsmanagement für Unternehmen?
Blum, Liebherr, Wolford und viele andere zeigen bereits vor, dass sich betriebliches Mobilitätsmanagement bei Unternehmen und Mitarbeitern bewährt. Ich bin davon überzeugt, dass zahlreiche Firmen in Vorarlberg diesem Beispiel folgen werden, um ebenfalls in den Genuss genannter Vorteile zu kommen. Darüber hinaus sind Unternehmen, die schon heute betriebliches Mobilitätsmanagement praktizieren, auf zukünftige Herausforderungen im Bereich der Mobilität optimal vorbereitet. Initiativen wie etwa Klima:aktiv stellen für entsprechende Maßnahmen auch Förderungen bereit. Wir sind uns aber auch bewusst, dass jedes Unternehmen einzigartig ist und Mobilitätslösungen nicht 1:1 übertragen werden können. Deshalb kommt unser Mobilitätsberater Dietmar Haller persönlich in interessierte Firmen und berät die Mitarbeiter vor Ort über neue Wege der Mobilität rund um den Arbeitsplatz.
Mehr Information gern bei
Mag. Sylvia Kralik
Marketing & Vertrieb
Verkehrsverbund Vorarlberg GmbH
FN186991m - LG Feldkirch
Herrengasse 14, A - 6800 Feldkirch
Tel: +43 5522 83951
sylvia.kralik(at)vmobil.at
www.vmobil.at