Pressekonferenz - Bilanz Verkehrsverbund Vorarlberg 2016 Diesen Text vorlesen lassen

Mittwoch, 28. Juni 2017, 9.30 Uhr
Wolfurt, Fa. Doppelmayr, Konrad-Doppelmayr-Straße 1

Bus und Bahn: Gemeinsam gute Mobilitätsalternativen schaffen
Verkehrsverbund Vorarlberg zieht Bilanz | Wirtschaftsstandort braucht öffentlichen Verkehr

Bus und Bahn haben in Vorarlberg auch 2016 wieder neue Fahrgäste gewonnen: Neben der fast schon gewohnten Steigerung bei den Jahreskarten (plus 3 Prozent) haben im vergangenen Jahr auch die Einzelfahrscheine wieder zugelegt (plus 2,3 Prozent). Ein wesentlicher Teil der Fahrgäste sind mit dem öffentlichen Verkehr zur Arbeit und wieder nach Hause unterwegs – ein zentraler Beitrag zu Lebensqualität, Wirtschaftsstandort und zum Umweltschutz, wie sich auch am Beispiel des Gewerbegebietes „Hohe Brücke" in Wolfurt zeigt. Die Partner im Verkehrsverbund Vorarlberg (VVV) arbeiten in verschiedenen Bereichen intensiv daran, das System so attraktiv zu halten.

Im Jubiläumsjahr 2016 – vor 25 Jahren wurde der Verkehrsverbund Vorarlberg (VVV) gegründet – können die VVV-Partner erneut erfreuliche Rekorde verbuchen: Die Zahl der VVV-Jahreskarten-KundInnen ist im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent gestiegen. Per Ende 2016 waren in Vorarlberg 65.755 Personen mit VVV-Jahreskarte unterwegs, 25.191 davon SchülerInnen und Lehrlinge.


Immer mehr maximo für maximale Flexibilität
Auffallend: „Über 80 Prozent der Jahreskarten gelten landesweit", sieht Mobilitätslandesrat Johannes Rauch einen erfreulichen Trend. „Wer eine solche Karte hat, wird jeden Tag verstärkt dazu animiert,
Bus und Bahn möglichst viel zu nutzen."
In Summe wurden 2016 knapp 4 Mio. Fahrscheine verkauft, das bedeutet ein Plus von 2,3 Prozent. Dieser Wert steigt erstmals seit zwei Jahren wieder an: Denn 2014 und 2015 sind viele Fahrgäste von Einzel- auf Jahreskarten umgestiegen.


Leistbare Mobilität für alle
Vorarlberg macht Mobilität leistbarer: Seit Februar 2016 erhalten BezieherInnen der bedarfsorientierten Mindestsicherung und von Ausgleichszulagen die FairCard. 1.815 Personen haben im letzten Jahr über diesen Weg 8.262 stark vergünstigte VVV-Monats-karten gelöst. „Ein deutliches Signal dafür, dass dieses Angebot nötig war", zieht Landesrat Rauch Bilanz. Die Einführung der FairCard war dem Verkehrsclub Österreich einen Mobilitätspreis in der Kategorie „Barrierefreie und sozial gerechte Mobilität" wert. Ein vergleichbares Angebot gibt es auch für Asylwerbende, die mit dem Asylausweis ebenfalls eine FairCard und damit dann vergünstigte Monatskarten erwerben können. 2016 haben sie 15.000 solche Tickets gekauft. „Mobilität ist ein Grundbedürfnis und muss daher für alle leistbar sein. Alle Menschen in Vorarlberg sollen die Möglichkeit haben, zur Arbeitsstelle zu kommen, einkaufen zu gehen, kulturelle Angebote wahrzunehmen, zum Arzt zu gehen oder Freunde und Familie zu treffen.",, betont Johannes Rauch.


Durchgehend über den Arlberg – mit einer österreichweiten Neuheit
Im Jahr 2016 ist es in intensiven Verhandlungen mit den ÖBB gelungen, ein unangenehmes Problem zu lösen: Dank einer Kombi-Karte Vorarlberg-Tirol können Studierende jetzt mit Verbundtickets beliebig oft zwischen Vorarlberg und Tirol pendeln, ohne die Fahrt am Arlberg unterbrechen zu müssen. Diese verbundübergreifende Lösung war eine österreichweite Neuerung – und ist inzwischen schon wieder nahezu Geschichte. „Seit Anfang Juni 2017 können alle Verbundnetzkarten der Verkehrsverbünde Vorarlberg und Tirol aneinandergereiht werden", freut sich Christian Hillbrand, Geschäftsführer des VVV. „Ein Vorteil nicht nur für junge Menschen, sondern jetzt zum Beispiel auch für SeniorInnen."


Mehr Angebot und bessere Anschlüsse
Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2016 gab es die größte Fahrplanverdichtung auf der Schiene in der Geschichte des Verkehrsverbundes. „Fahrgäste können im Ballungsraum Vorarlbergs untertags aus vier Verbindungen pro Stunde wählen", erläutert Landesrat Johannes Rauch. Systematische REX- und Railjet-Verbindungen wechseln sich mit dem Halbstunden-Takt der S-Bahn zwischen Bludenz und Lindau ab. Die Stadt-, Land- und Ortsbusse vernetzen dann in die Fläche.

„Das dichte Angebot und die leicht merkbaren Systemzeiten machen es für Fahrgäste deutlich leichter, Bus und Bahn wie selbstverständlich zu nutzen – oft ist nicht einmal mehr ein Blick in den Fahrplan notwendig", so Rauch. Damit allerdings Verbindungen in Summe attraktiv sind, müssen auch die Umsteigebeziehungen optimiert werden. Dafür haben die für das Busangebot zuständigen Gemeindeverbände im vergangenen Jahr unter Federführung des VVV einen koordinierten Planungsprozess mit einheitlichen Planungsparadigmen beschlossen, der jetzt sukzessive umgesetzt wird.


Landbus Unterland: 800 Zuganschlüsse pro Tag, 10 % mehr Fahrgäste in zwei Jahren
Die Vernetzungen zwischen Bahn und Bus sind tatsächlich sehr umfangreich: „Allein der Landbus Unterland schafft an den verschiedenen Bahnhaltestellen werktags rund 800 Zuganschlussmöglichkeiten", berichtet Bgm. Christian Natter, Obmann des Landbus Unterland. Eine zentrale Herausforderung sind dabei stabile Anschlüsse. "Wir müssen alle Möglichkeiten nutzen, damit Busse zügig und pünktlich unterwegs sein können", so Natter. Der Landbus Unterland investiert im heurigen und im neuen Fahrplan rund eine Million Euro allein in die Fahrplanstabilität. Das gesamte Jahresbudget liegt aktuell bei 23,5 Mio. Euro.
Im Bedienungsgebiet des Landbus Unterland leben 200.000 Einwohner. Die 36 Linien werden mit 27 Gelenksbussen, 26 12-Meter-Bussen, 13 Midi- und 8 Sprinter-Bussen bedient. Das Angebot wird sehr gut angenommen: Wurden an einem Werktag im Jänner 2015 durchschnittlich noch 45.000 Fahrgäste pro Tag befördert, waren das im Jänner 2017 bereits 49.550 Fahrgäste – ein sattes Plus von 10 Prozent.


Klares Bekenntnis zu einem attraktiven öffentlichen Verkehrssystem
Vorarlbergs Gemeinden und das Land tragen wesentlich zur Finanzierung dieses attraktiven Verkehrssystems bei. 2016 steuerte das Land 23,9 Mio. Euro bei, die Gemeinden finanzierten 14,4 Mio. Euro. „Die Partner bekennen sich zu einem starken öffentlichen Verkehr und wollen auch künftig die Angebotsverbesserungen gemeinsam tragen", bringt Landesrat Johannes Rauch ein klares Bekenntnis zum öffentlichen Verkehr ein.
Entsprechend lang ist die Liste der Entwicklungsansätze, mit denen die ÖPNV-Verantwortlichen laufend die Attraktivität von Bus und Bahn stärken wollen:
Neue Bahnhöfe und Haltestellen:
• fertig gestellt: Bahnhöfe Lauterach und Hohenems als moderne Mobilitätsknotenpunkte
• in Bau: Bahnhöfe Rankweil und Lustenau
• in Planung: Götzis, Hard, Lauterach-West, Bregenz, Feldkirch


Parallel dazu laufen aktuell zwischen Land Vorarlberg und den ÖBB Verhandlungen über ein weiteres Investitionspaket zur Modernisierung mehrerer kleinere Bahnhöfe in Vorarlberg.

Nachtangebot
Ab dem Fahrplan 2017/18 gibt es an Wochenenden und vor Feiertagen einen durchgehenden Zugverkehr zwischen Lindau und Bludenz. In Vorbereitung ist auch ein Anrufsammeltaxi-System für den Raum Bregenz/Hofsteig.

Busbeschleunigung
Die Abteilung Straßenbau des Amtes der Vorarlberger Landesregierung arbeitet derzeit daran, mit mehreren neuen Busspuren die Fahrzeitverluste auf verschiedenen Linien zur reduzieren.

SchülerInnen-Tickets jetzt auch online
Seit wenigen Wochen können SchülerInnen-Ticket auch online bestellt werden, die SchülerInnen erhalten dann eine moderne Kunststoff-Karte. Vorarlbergs Schulen verteilen dazu aktuell die Anleitungen und Codeblätter. Schulanfänger erhalten die Unterlagen zu Schulbeginn.

SchülerInnen-Ticket neu am Handy
Ab Schulbeginn soll das SchülerInnen-Ticket per App auf dem Smartphone verfügbar sein.

Positive Erfahrungen mit verstärkten Fahrscheinkontrollen
Auch die Fahrgäste leisten einen zentralen Beitrag zur Finanzierung des öffentlichen Verkehrs. Seit einigen Monaten laufen in Vorarlberg verstärkte Fahrscheinkontrollen – mit positivem Ergebnis: „Es werden jetzt spürbar mehr Fahrscheine gekauft", berichtet Landesrat Johannes Rauch. Auch die Rückmeldungen der Fahrgäste sind positiv, denn für die allermeisten ist es selbstverständlich, dass jede und jeder eine Fahrkarte braucht.
Dafür sind jetzt zusätzlich vier Mobil- und neun ZugbegleiterInnen in Vorarlbergs Linienbussen und Zügen unterwegs. Auch ist abends ab 19.00 der Einstieg in Linienbusse nur vorne gestattet.

Bus und Bahn als zentrales Angebot für Pendler und Wirtschaftsstandort
Zehntausende Menschen sind täglich mit Bus und Bahn zum Arbeitsplatz und wieder nach Hause unterwegs. Auch im Gewerbegebiet „Hohe Brücke" in Wolfurt spielen Bus und Bahn eine wichtige Rolle, schließlich sind hier in Kombination mit dem Areal um den Güterbahnhof in den vergangenen Jahren Tausende Arbeitsplätze geschaffen worden. „Schon in den ersten Planungen wurden beispielsweise Geh- und Radwege, der öffentliche Verkehr und ein attraktiver Freiraum mitgedacht", blickt der Wolfurter Bgm. Christian Natter zurück. In den vergangenen Wochen haben die Landbusse Bregenzerwald und Unterland die Linienrührung samt neuen Haltestellen an die Entwicklungen angepasst.


Sperre L 190 im August: Alternativen testen
Eine besondere Herausforderung wird die Sperre der Landesstraße L190 zwischen Firma Haberkorn und Schwarzachbrücke im August dieses Jahr werden. Verschiedene Arbeitgeber, das Land Vorarlberg, die Standortgemeinden und der VVV laden die MitarbeiterInnen aus diesem Anlass speziell ein, das Auto stehen zu lassen und auf Bus, Bahn oder Fahrrad umzusteigen. Dafür gibt es neben den bestehenden Möglichkeiten wie guten Radverbindungen, kostenlosen Leihrädern z.B. für die Fahrt zur Haltestelle oder dem „Mittagsbus" auch ein spezielles Ticketangebot: MitarbeiterInnen der teilnehmenden Unternehmen erhalten um 25 Euro eine landesweit gültige VVV-maximo-Monatskarte und können Bus und Bahn in ganz Vorarlberg nutzen. Kaufen sie im Anschluss eine VVV-Jahreskarte, wird der Kaufpreis der Monatskarte sogar angerechnet. Die Aktion wird von den beteiligten Unternehmen gemeinsam mit dem VVV finanziert.
Die Unternehmen Meusburger, Haberkorn und Baywa haben bereits zugesagt, bei anderen läuft die Abklärung.

Für Fragen steht Christian Hillbrand (05522/83951, info@vmobil.at) zur Verfügung.

 

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