Österreichs erster E-Linienbus für den Überlandverkehr kommt nach Vorarlberg Diesen Text vorlesen lassen

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19. Okt. 2018, Wolfurt

 

Im Dezember 2018 ist es soweit: Vier elektrisch angetriebene Linienbusse gehen im Oberen Rheintal, im Walgau und in Feldkirch in den Linienbetrieb. Die Vorarbeiten dafür waren umfangreich und haben schon vor Jahren begonnen. Erkenntnisse daraus sind auch in die EU-weite Ausschreibung der Fahrzeuge eingeflossen. Jetzt kommt der erste E-Linienbus aus dieser Rahmenvereinbarung nach Österreich.


Was sich vor wenigen Jahren noch nach Zukunftsmusik anhörte, wird jetzt Realität: „Alle Verträge sind abgeschlossen und die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, dass voraussichtlich ab Dezember 2018 vier elektrisch angetriebene Busse auf Vorarlbergs Straßen im Linienverkehr unterwegs sein können", erklärt Landesrat Johannes Rauch, Mobilitätsreferent der Vorarlberger Landesregierung. Die E-Linienbusse werden vom ÖBB-Postbus-Standort Feldkirch aus im Oberen Rheintal und im Walgau auf den Linien 56, 59, 60, 68 und 73 im Einsatz sein. Pro Fahrzeug wird eine jährliche Laufleistung von mindestens 90.000 km angestrebt „Weitere Fahrzeuge werden folgen, denn E-Linienbusse leisten auch einen wichtigen Beitrag zur Energieautonomie 2050", so Landesrat Rauch. „Es freut uns daher besonders, dass Verkehrsverbund und Land nach intensiver Vorarbeit ÖBB und ÖBB-Postbus dafür gewinnen konnten, auf Basis der bewährten Partnerschaft die ersten batterieelektrisch angetriebenen Linienbusse für den Überlandverkehr zu betreiben." „Das Land Vorarlberg setzt seine Aktivitäten im Bereich der Elektromobilität konsequent fort", betont Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser. Aktuell sind in Vorarlberg rund 1.500 Elektroautos unterwegs. Im ganzen Land gibt es weiters rund 420 öffentliche Ladepunkte. „Damit sind wir österreichweit an der Spitze", führt Rüdisser aus. Der weitere Ausbau der Elektromobilität ist für die Ziele der Energieautonomie aber auch für die Ziele des Mobilitätskonzepts von entscheidender Bedeutung, erklärt der Landesstatthalter.


ÖBB: Größter Mobilitätsdienstleister nimmt Klima-Verantwortung wahr
Andreas Matthä, Vorstandsvorsitzender der ÖBB-Holding AG, zu der die ÖBB-Postbus GmbH gehört, begrüßt das Vorhaben sehr. Denn Elektro-Linienbusse passen punktgenau in das Programm: „Mobilität ist ein zentraler Ansatzpunkt für den Schutz des Klimas", so Matthä. „Die ÖBB als größter Mobilitätsdienstleister sind hier österreichweit federführend: Wer Bahn fährt, ist dank Strom aus erneuerbaren Quellen sehr klimaschonend unterwegs."
Elektrisch angetriebene Linienbusse sind daher ein logischer nächster Schritt: „ÖBB und ÖBB-Postbus sind DER Mobilitätspartner im ländlichen Raum und nehmen auch entsprechende Verantwortung in Sachen umweltfreundlichem Unterwegssein wahr", bekräftigt Vorstandsvorsitzender Matthä.


Umfangreiche Vorarbeiten und beträchtliche Investitionen
„Dem Einsatz der E-Busse geht eine aufwändige Vorbereitungsarbeit über mehrere Jahre voraus", berichtet Christian Hillbrand, Geschäftsführer des Verkehrsverbund Vorarlberg (VVV). „Gute Lösungen etwa für Fahrzeug-Umlauf, Ladung, Energielieferung und einiges mehr haben viel Nachdenkarbeit gebraucht." Der heute vorgestellte E-Linienbus ist damit neben der neuen Bus-Schnell-Ladestation an Feldkirch der sichtbarste Teil eines großen Gesamtprojekts, das der Verkehrsverbund mit verschiedenen Partnern ausgearbeitet hat. „Wir haben im Frühjahr dieses Jahres einen Energieliefervertrag ausgeschrieben, der nicht nur die benötigte Ladeenergie, sondern auch die Errichtung und den Betrieb von Ladestationen umfasst", berichtet der Projektverantwortliche des VVV, Gerhard Kräutler. Bereits 2015 waren erste E-Busse im Test in Vorarlberg, es folgten umfangreiche Machbarkeitsstudien zur Auslegung der Fahrzeuganforderungen und zu „elektrotauglichen" Umläufen. Anfang 2018 hat die ÖBB-Postbus GmbH dann auf Basis der gemeinsam mit dem VVV ausgearbeiteten Anforderungen die Ausschreibung der E-Busse in die Wege geleitet.


ÖBB-Postbus: Bereits nächste Energieformen im Test
„Als größtes Busunternehmen Österreichs ist sich die ÖBB-Postbus GmbH ihrer verantwortungs-vollen Rolle absolut bewusst: Gern gehen wir mit Vorarlberg diesen neuen Weg", ist für Thomas Duschek, Geschäftsführer der ÖBB-Postbus GmbH, eine enge Zusammenarbeit selbstverständlich. Die europaweite Ausschreibung für die neue Elektro-Linienbus-Generation hat das Unternehmen ebe-Europa in Memmingen für sich entscheiden können. Duschek: „Wir wollen als Postbus in Zukunft verstärkt auf Elektromobilität setzen und damit einen Beitrag zur Erreichung der EU-Klimaziele leisten. Dafür brauchen wir entsprechende Unterstützung der Bundesländer. Das Beispiel Vorarlberg zeigt, wie es gehen kann. "
Der erste E-Bus aus dieser Ausschreibung wird in Kärnten zum Einsatz kommen, ab Dezember folgt die erste größere „Flotte" in Vorarlberg. Die ÖBB-Postbus GmbH denkt bereits weiter: „Aktuell läuft ein Testbetrieb mit einem Wasserstoffbus auf der Strecke der Vienna Airport Lines", berichtet Duschek.


E-Busse auch betriebswirtschaftlich konkurrenzfähig machen
„Die Partner im VVV verfolgen das ehrgeizige Ziel, Elektro-Linienbusse auch betriebswirtschaftlich konkurrenzfähig mit Dieselbussen betreiben zu können", bringt VVV-Geschäftsführer Hillbrand eine weitere Dimension ein. „Erfreulicherweise können wir dabei bei Betrieb und Wartung der Fahrzeuge auch auf die Erfahrung der ÖBB-Postbus GmbH setzen." Wie bei jeder neuen Technologie gibt es auch beim Linieneinsatz von E-Bussen noch Unbekannte wie etwa die Entwicklung der Energiepreise, den tatsächlichen Wartungsaufwand oder die Verfügbarkeit der Fahrzeuge im Alltagseinsatz. „Der Service für unsere Fahrgäste ist jedenfalls uneingeschränkt sichergestellt", garantiert Hillbrand.

Factbox: Die technischen Daten der neuen E-Linienbusse
Fahrzeughersteller: ebe-Europa, Memmingen
Typ: 12m-Niederflurbus mit 3 Türen
Antrieb: Radnabenmotor, Direktantrieb von Ziehl-Abegg
Batteriekapazität: 388 kWh netto
Reichweite: 323 km bei zwei kurzen Zwischenladungen
Verbrauch: 0,97 - 1,25 kWh/km Durchschnitt
Ladesystem: Depotlader ABB 50-150 kW
Klima/Heizung: Wärmepumpen-Klimaanlage (20 kW Kälte- bzw.16 kW Heizleistung)

 

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