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Sieben Gemeinden erarbeiten gemeinsamen Rahmen für ein regional abgestimmtes Parkraummanagement

 


„Der beste Parkplatz ist jener, der gar nicht benötigt wird.
Der zweitbeste einer, der optimal genutzt wird."

Parkraum optimal nutzen, Aufenthaltsqualität verbessern, bewusste Mobilität fördern

Sieben Gemeinden erarbeiten gemeinsamen Rahmen für ein regional abgestimmtes Parkraummanagement

Generell mehr Klarheit beim Parken, kostenfreie Kurzparkzonen in Ortszentren, Parkgebühren an Orten, wo Parkplätze knapp sind oder es gute Alternativen zum Auto gibt: Das sind einige der neuen regionalen Eckpunkte für das Parkraummanagement im Raum Bregenz – Hofsteig - Lustenau. Die Gemeinden Bregenz, Hard, Kennelbach, Lauterach, Lustenau, Schwarzach und Wolfurt haben diese gemeinsame Lösung mit dem Land Vorarlberg und mit Experten erarbeitet und mit den Wirtschafts-organisationen abgestimmt. In den vergangenen Tagen haben die politischen Gremien der Gemeinden diese Leitlinien und die Grundlagen für eine Umsetzung im kommenden Jahr beschlossen.

Wer kennt das nicht? Parkplätze sind oft schwer zu finden, nicht attraktiv oder in bester Lage von Dauerparkern besetzt. Fahrzeuge blockieren Gehsteige oder Feuerwehrzufahrten, stören privates Eigentum oder behindern Fußgänger und den Verkehr. Auch bei Betrieben, Wohnungen, Haltestellen oder Freizeiteinrichtungen werden Abstellplätze immer knapper, die Nachfrage danach steigt.

Richtiger Umgang mit Parkflächen als Baustein von Mobilitätslösungen
Nicht umsonst ist auch in Vorarlberg das Management – nicht zwingend die Bewirtschaftung – von Parkplätzen als wichtige Mobilitätsmaßnahme seit bald zehn Jahren im Gespräch: Richtiges Parken leistet direkt und indirekt wichtige Beiträge zu bewusster Mobilität, zur Lebensqualität, zur Attraktivität des Wirtschaftsstandorts und zum Umwelt- und Klimaschutz. Während in Städten Leitsysteme, Parkgebühren und Kontrolle vielfach selbstverständlich sind, ist in anderen Gemeinden oft kein aktives Parkraummanagement gegeben. Der Handlungsbedarf ist groß, in immer mehr Bereichen wird Verkehr zur Belastung und zum (mit-)entscheidenden Nadelöhr.

Machbare Lösungen finden über Gemeindegrenzen hinweg
Die Stadt- und GemeindevertreterInnen von Bregenz, Hard, Kennelbach, Lauterach, Lustenau, Schwarzach und Wolfurt haben sich gemeinsam über ein Jahr lang intensiv mit dem Thema Parkraummanagement auseinandergesetzt. Unterstützt wurden sie dabei vom Land Vorarlberg und von externen Experten. Wichtige Beiträge hat dazu auch das EU-geförderte, vom Energieinstitut koordinierte Projekt „PeMo – Nachhaltige Pendlermobilität" geleistet. Das Ergebnis ist ein regional getragener und auf die lokalen Gegebenheiten abgestimmter Rahmen für den Umgang mit Parkflächen im öffentlichen Raum. Dieser ist auch bereits mit den lokalen und regionalen Wirtschaftsorganisationen akkordiert worden.

 

 

Regionaler Rahmen für vor Ort umzusetzende Maßnahmen
Der ausgearbeitete regionale Rahmen gliedert sich in vier Elemente, die sich in zentralen Punkten an den bestehenden Systemen in Vorarlbergs Städten orientieren:

  1. Parkplätze sollen einfach erkannt und gefunden werden – gute Beschilderungen und klare Markierungen tragen dazu bei.
  2. Parkzeitbeschränkungen und spezielle Parkflächen verlagern Dauerparker an geeignete Plätze. Dafür werden werktags öffentliche Parkplätze in Ortszentren zur „90 Minuten-Gratis-Kurzparkzone". An anderen Stellen kann länger geparkt werden, ab der 91. Minute wird eine geringe Parkgebühr fällig.
  3. Parkgebühren werden gezielt dort eingesetzt, wo Parkplätze knapp sind oder eine Lenkungswirkung und ein Kostenbeitrag sinnvoll sind.
  4. Nutzergruppen wie Anwohner, Unternehmer oder Pendler können Dauerpark-karten erwerben. Damit dürfen sie auf bestimmten Flächen unbegrenzt parken.

Wesentlich ist auch die gemeinsam getragene Organisation und Kontrolle des ruhenden Verkehrs. Diesen regionalen Rahmen und die Grundlagen für eine Umsetzung im kommenden Jahr haben die politischen Gremien von sechs Gemeinden jetzt beschlossen. Kennelbach hat in der Entwicklung mitgearbeitet, sieht als Kleingemeinde aktuell aber keine zielführenden Umsetzungsmöglichkeiten.

Seit Jahrzehnten hohe Investitionen in Alternativen zum Auto
Begleitend dazu bauen die Gemeinden das Angebot an umweltfreundlicher Mobilität konsequent weiter aus. Aktuelle Beispiele dafür sind der neue Fahrplan des Landbus Unterland, diverse Radinfrastrukturprojekte in den Budgets der Gemeinden oder der neue Anrufbus, der ab Ostern 2018 Fahrgäste abends und nachts bis zur Haustür bringt. Schon in den vergangenen Jahrzehnten haben Bund, Land und Gemeinden intensiv in attraktive Mobilität abseits des eigenen Autos investiert. Als Ergebnis sind die Menschen in der Region Spitzenreiter bei den Wegen per Fahrrad, zudem hat Vorarlberg nach Wien das attraktivste öffentliche Verkehrsnetz Österreichs.

Gemeinsames Anliegen: Funktionierende, umweltschonende Mobilität
Auch in Raumplanung und Entwicklung legen die Gemeinden viel Wert auf Lebens- und Aufenthaltsqualität – zugunsten von Einheimischen, Mitarbeitern, Kunden und Gästen. „Was wir brauchen, sind funktionierende und insgesamt attraktive Mobilitätslösungen. Lange Parkplatzsuche, zugeparkte Gehsteige oder Ärgernisse passen da nicht wirklich dazu", fassen die VertreterInnen der Gemeinden ihre Erfahrungen zusammen. Dasselbe gilt auch für Unternehmen: Die örtlichen Wirtschaftsorganisationen in den Gemeinden und die Wirtschaftsregion Hofsteig tragen die vorgestellte Parkraummanagement-Lösung daher mit.

 

 

Richtig parken:

Positive Wirkungen in vielen Bereichen

Der richtige Umgang mit Abstellflächen im öffentlichen Raum wirkt sich mehrfach positiv aus:

Knappe Parkplätze in Ortszentren sind besser verfügbar
Parkflächen in den Zentren unserer Gemeinden werden dank Kurzparkzonen mit 90 Minuten freiem Parken verstärkt für Kunden und Gäste der Geschäfte, Betriebe und Institutionen verfügbar sein – zum Vorteil lebendiger Ortszentren und der Wirtschaft dort. Für Anwohner, Unternehmer und Pendler wird es Dauerparkkarten für bestimmte Flächen geben, private Grundeigentümer können auf Wunsch ihre Parkflächen in das System einbringen.

Verkehr wird gelenkt und verlagert
Begrenzte Parkzeiten und Parkgebühren an Orten mit hohem Parkdruck regen dazu an, die persönliche Mobilität zu überdenken. Anlass dafür gibt es genug: Verkehr ist für viele Menschen zur Belastung und für verschiedene Vorhaben zum entscheidenden Flaschenhals geworden, Umwelt, Klima und Ressourcen bekommen die Auswirkungen zu spüren. Unsere Gesellschaft und auch unsere Region stehen in Sachen Mobilität vor großen Herausforderungen, die wir nur gemeinsam bewältigen können. Wir brauchen Mobilitätsformen, die uns und unsere Umwelt weniger belasten.

Vorbildwirkung der Gemeinden wahrnehmen
Die Gemeinden sind in verschiedenen Bereichen aktiv, wenn es um Umwelt- und Klimaschutz und um den sorgsamen Umgang mit begrenzten Ressourcen geht. In vielen Bereichen sind sie mit Aktivitäten wie z.B. plan b, mobil im Rheintal, e5 oder Klimaschutzgemeinde Vorbild und Wegbereiter. Das gilt es in einem nächsten Schritt auch bei der optimalen Nutzung von Parkraum umzusetzen.

Verkehrssicherheit und Aufenthaltsqualität verbessern
Mehr Klarheit schafft mehr Sicherheit: Geordnete Parkflächen, ein verständliches Leitsystem und auch Kontrolle tragen dazu bei, dass Gefahrensituationen z.B. durch abgestellte Fahrzeuge auf Gehsteigen oder an unübersichtlichen Stellen reduziert werden. Zudem steigt die Aufenthaltsqualität in unseren Gemeinden, wenn mehr Fläche den Menschen statt den Fahrzeugen zur Verfügung steht.

Finanzierungsbeitrag zu Bau und Unterhaltskosten von Parkplätzen
Die Kosten für Bau, Erhaltung, Betreuung oder Kontrolle von Parkplätzen auf öffentlichen Flächen werden aus öffentlichen Budgets finanziert. Parkraum-management in der Form, wie die sieben Gemeinden es erarbeitet haben, ist zwar nicht auf Einnahmen für das allgemeine Gemeindebudget ausgelegt, kann aber einen Beitrag zur Mitfinanzierung leisten und damit mehr Kostenwahrheit schaffen.

Ergänzende Informationen: Bgm. Christian Natter, Marktgemeinde Wolfurt
05574 6840-29 | christian.natter@wolfurt.at

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