Freie Fahrt mit Bus und Bahn für Urlaubsgäste Diesen Text vorlesen lassen

Ab sofort haben Urlaubsgäste des Brandnertals, Klostertals und der Alpenstadt Bludenz mit ihrer Gästekarte freie Fahrt mit Bahn und Bus in ganz Vorarlberg. Das Angebot soll Gästen den Umstieg vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel erleichtern, Verkehrsaufkommen in Spitzenzeiten reduzieren und die Wertschöpfung durch eine höhere Gästemobilität steigern. Die Initiatoren Vorarlberg Tourismus und Verkehrsverbund Vorarlberg wollen das Pilotprojekt bis 2020 in allen Urlaubsregionen umsetzen.

Ob ein Ausflug an den See, in die Bergwelt oder Stadt – Urlaubsgäste der Alpenregion Vorarlberg können seit Mai nicht nur ihren Aufenthaltsort, sondern ganz Vorarlberg auf komfortable und umweltfreundliche Weise entdecken: Die Gästekarte berechtigt sie erstmals, landesweit sämtliche Bahn- und Busverbindungen zu nutzen. Die Alpenregion Vorarlberg ist eine von sechs Urlaubsdestinationen und umfasst Brandnertal, Klostertal, Großwalsertal und die Stadt Bludenz. Bisher ermöglichte die Gästekarte nur die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel in der Destination.

Nach zweijähriger Testphase soll das Modell auf das gesamte Bundesland ausgerollt werden. Die Kosten für den Nahverkehr deckt eine erhöhte Gästetaxe. „Wir hoffen, dass mit diesem Angebot das Auto im Urlaub öfters stehen bleibt, und wir dadurch die Verkehrssituation in den Tälern etwas entlasten können", erklärt Kerstin Biedermann-Smith, Geschäftsführerin der Alpenregion.

Mobilitätskonzept als Grundlage

Vorarlberg Tourismus und Verkehrsverbund Vorarlberg haben das Pilotprojekt initiiert. Es ist Teil des Mobilitätskonzepts des Landes Vorarlberg, das im Juli verabschiedet werden soll und auch konkrete Ziele für den Tourismus enthält. Diese sind die verbesserte Erreichbarkeit Vorarlbergs, die nahtlose Anknüpfung an das öffentliche Verkehrsnetz im Land und die Kombination mit dem Rad. „Rad, Bus und Bahn schützen unsere Umwelt und unser Klima. Nachhaltige Mobilität betrifft Einheimische genauso wie unsere Gäste. Das neue Angebot bietet den Urlauberinnen und Urlaubern nun eine einfache und umweltfreundliche Alternative. So können sie mit der Gästekarte entspannt Vorarlberg entdecken", sagt Johannes Rauch, Landesrat für Mobilität.

Nachhaltigste Tourismusregion der Welt
Die neue Gästekarte geht auch mit dem bundesweiten „Plan T", dem Masterplan für Tourismus des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus, konform: Dieser sieht für Österreich kein geringeres Ziel als die Entwicklung zur nachhaltigsten Tourismusregion der Welt vor. Für den Aufsichtsratsvorsitzenden von Vorarlberg Tourismus, Karlheinz Rüdisser, ist daher „die Umsetzung der Modellregion ist ein weiterer wichtiger Schritt für die Zukunftsfähigkeit unseres Urlaubslandes, der auch Hand in Hand mit der Vorarlberger Tourismusstrategie geht."

Gleichbehandlung von Einheimischen und Gästen
Die Finanzierung der Gästekarte erfolgt über die Gästetaxe. „Die Nutzung des öffentlichen Verkehrsnetzes für die Gäste ist nicht gratis, sondern erfolgt zu dem Preis, zu dem auch Vorarlbergerinnen und Vorarlberger den ÖPNV nutzen. Damit ist auch die Gleichbehandlung von Einheimischen und Gästen gewährleistet", betont Christian Hillbrand, Geschäftsführer des Verkehrsverbund Vorarlberg, und ergänzt: „Dies kommt in erster Linie den Gemeinden des Landes zugute, die die Hauptlast bei der Finanzierung der dichten regionalen Busverkehre bewältigen."

Die Stadt-, Land- und Ortsbusse, die überwiegend durch die Gemeinden Vorarlbergs organisiert werden, leisten pro Jahr knapp 19 Millionen Kilometer, die Bahn etwa 4,7. „Dadurch sind die Talschaften des Landes mit öffentlichen Verkehrsmitteln vergleichsweise gut erreichbar", sagt Hillbrand mit Verweis auf eine aktuelle Studie des VCÖ. Das dichte Angebot führe dazu, dass die Vorarlbergerinnen und Vorarlberger (nach Wien) die fleißigsten Öffi-Nutzerinnen und -Nutzer seien.

Klimaschonend und schneller anreisen
Neben der Fortbewegung im Land, haben die Beteiligten auch die Anreise im Blickfeld. „Der Tourismus ist sowohl vom Klimawandel betroffen als auch Mitverursacher. Verantwortlich sind vor allem die An- und Abreise, deshalb legen wir auch ein Hauptaugenmerk auf die umweltverträgliche Erreichbarkeit Vorarlbergs", erklärt Karlheinz Rüdisser.

Die Dauer der Anreise soll durch Ausbau des Bahnnetzes bis 2030 für Urlauber aus den Hauptmärkten weiter verkürzt und die Frequenz erhöht werden: Bahnfahrten aus München beispielsweise um 50 Minuten, Memmingen um 40, Friedrichshafen um 10 oder Zürich um 20 Minuten. Allerdings reisen aktuell nur sechs Prozent aller Gäste mit der Bahn an. „Unser Ziel ist diesen Anteil deutlich zu erhöhen. Dafür braucht es eine gute, grenzüberschreitende Abstimmung und auch den dafür notwendigen Ausbau der Infrastruktur", verdeutlicht Johannes Rauch.

Anreise entscheidet über Mobilität im Land
Für Tourismusdirektor Christian Schützinger ist die Anreise ein zentraler Hebel: Untersuchungen zum Mobilitätsverhalten der Deutschen im Urlaub (Deutsche Reiseanalyse 2015) belegen, dass das Anreiseverkehrsmittel weitgehend die Fortbewegung am Urlaubsziel bestimmt. Im Winter 2017/18 reisten laut Tourismus-Monitor Vorarlberg 93 Prozent aller Urlauber per Pkw an, im Sommer 2018 waren es 88 Prozent. Knapp ein Drittel der Sommerurlauber macht während des Aufenthalts Ausflüge außerhalb des Urlaubsortes, nur rund 14 Prozent nutzen – laut der T-MONA-Gästebefragung im Sommer 2016 – dafür den öffentlichen Nahverkehr.

Beliebte „Öffis"
„Die Voraussetzungen für eine stärkere Nutzung sind dennoch vielversprechend. Bei den Nutzern schneiden die Öffis nämlich stets hervorragend ab", informiert Schützinger. Im Sommer 2018 bewerteten Gäste das ÖPNV-Angebot mit 1,6 (Skala 1 - 6), dem österreichweit besten Wert außerhalb von Wien. Auch Inklusiv-Cards tragen zur hohen Zufriedenheit bei. Diese enthalten in der Regel ermäßigte Eintritte zu Ausflugszielen und die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel innerhalb der Ferienregion. „Wander- und Skibusse in den Regionen sind besonders beliebt und werden seit Jahren intensiv genutzt. Um aber das ganze Urlaubsland zu entdecken, braucht es einen größeren Aktionsradius, den die neue Gästekarte ermöglicht", betont Christian Schützinger.

Steigerung der Wertschöpfung
Höhere Wertschöpfung ist ein weiterer erwarteter Effekt der landesweiten Gästekarte. „Tourismus besteht nicht nur aus Beherbergung und Gastronomie, sondern ist mit Kulturbetrieben, Skischulen, Handel, Freizeit- und den Verkehrsbetrieben vernetzt. Wenn unsere Gäste das Land bequemer erkunden können und ihre Entdeckungsfreude steigt, wird sich das auch auf die Wertschöpfung dieser Branchen auswirken. Durch den größeren Aktionsradius lassen sich zudem neue Angebotspakete schnüren", erläutert Schützinger.

Passgenaue Info für Gäste
Eine wichtige Aufgabe ist die umfassende Information der Gäste. Deshalb beteiligen sich Land, Verkehrsverbund und Vorarlberg Tourismus am Interreg-Projekt AlpInfoNet, das zum Ziel hat, Reisende über die Landesgrenzen hinaus mit passgenauen Infos zur umweltschonenden Mobilität zu informieren. „Selbst wenn Fahrpläne der Bahn zur Verfügung stehen, ist Reisenden oft unklar, wie sie vom Bahnhof aus ihre Unterkunft erreichen. Das Projekt will die Lücke schließen", erklärt Christian Hillbrand.

In den kommenden Sommern wird das neue Angebot auf Initiative von Vorarlberg Tourismus evaluiert, indem das Mobilitätsverhalten der Gäste der Alpenregion Vorarlberg erfasst und analysiert wird. Die Ergebnisse dienen der Weiterentwicklung der Gästekarte, die künftig in allen Regionen angeboten werden soll.

Rückfragehinweis:
Vorarlberg Tourismus, Mag. Daniela Kaulfus, T: +43 5572 377033-32, E: presse@vorarlberg.travel

 

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