Pressekonferenz Digitale Neuerungen in Öffentlichen Verkehr Diesen Text vorlesen lassen

Feldkirch/Bregenz/Dornbirn, 10.9.2019 - Digitale Anwendungen verändern den Zugang zur Mobilität. Durch sie wird das Mobilitätsverhalten flexibler und vielfältiger. Besonders junge Menschen pflegen einen selbstverständlichen Umgang mit ihrem Smartphone, die Tendenz zur Nutzung von Apps ist aber auch gesamtgesellschaftlich und in allen Altersstufen steigend. Dieser Entwicklung trägt der Vorarlberger Verkehrsverbund (VVV) durch diverse technische und digitale Neuerungen Rechnung.

„Die Digitalisierung ist die entscheidende Innovation unserer Zeit in allen Lebensbereichen, so auch im ÖPNV. Digitale Anwendungen eröffnen für Betreiber als auch für Passagiere im Öffentlichen Verkehr vielfältige neue Möglichkeiten und machen das sehr gut ausgebaute ÖPNV-Netz in Vorarlberg noch beträchtlich attraktiver. Aber der Schlüssel dazu, dass diese Angebote auch tatsächlich flächendeckend genutzt werden, liegt darin, dass sie zielgruppenspezifisch, bedienerfreundlich und technologisch ausgereift sind", sagt Landeshauptmann Markus Wallner.

Jugendliche für den öffentlichen Verkehr gewinnen
Kooperationen spielen eine wichtige Rolle, um neue digitale Lösungen für verschiedene Zielgruppen entwickeln zu können. In diesem Sinne ermöglicht die Zusammenarbeit von aha – Jugendinformationszentrum Vorarlberg und VVV Schülerinnen und Schülern sowie Lehrlingen, ihr Ticket in der aha-App abzuspeichern und übers Smartphone mitzuführen. „Kooperationen ermöglichen innovative und auf diverse Zielgruppen zugeschnittene Lösungen. Die Integration der SL+-Tickets hilft dabei, vor allem junge Leute – Schülerinnen und Schüler sowie Lehrlinge – an den öffentlichen Verkehr heranzuführen und sie bereits heute als Fahrgäste von morgen zu gewinnen", betont Landeshauptmann Wallner.
Die Weiterentwicklung bestehender Apps und die Einbettung der Jahreskarte sind wichtige Schritte auf dem Weg der Digitalisierung, so Landesrat Johannes Rauch: „Dieser Weg ist jedoch nie abgeschlossen, sondern es muss laufend unser Bestreben sein, das Angebot an neue Gegebenheiten und sich ändernde Bedürfnisse anzupassen. Unser Ziel ist es, dass in Zukunft die Mobilitätsplanung in Vorarlberg auf einen Knopfdruck funktioniert. Die Verbindung von zu Fuß gehen, Rad, Bus, Bahn und Car-Sharing ist die Zukunft der Mobilität und die Digitalisierung hilft uns dabei, diese Verknüpfung zu vereinfachen und dafür zu sorgen, dass alle Angebote berücksichtigt und die optimalste Route ausgewählt wird."
Die Integration des SL+ Tickets in die aha App stößt bereits jetzt auf großes Echo. Für AHA-Geschäftsführerin Monika Paterno steht der Servicegedanke im Vordergrund: „Junge Leute haben ihr Smartphone immer dabei, es ist jederzeit griffbereit. Damit erübrigt sich Ärger, den ein vergessenes Ticket bei einer Kontrolle für die Betroffenen auslösen kann. Hier können wir mit unserem Angebot punkten und Jugendliche direkt erreichen. Indem Altersnachweis, Jugendinformation, Nachweis für Ermäßigungen, Zugang zum aha plus und nun auch und das SL+ Ticket gemeinsam auf einer App verfügbar sind, bündeln wir wichtige Angebote öffentlicher Einrichtungen und vereinfachen die Mitnahme für die Jugendlichen."

Noch heuer wird auch die Familienpass-App mit der domino und maximo Jahreskarte des VVV ergänzt.

Mehr Anschlusssicherheit, einfaches grenzüberschreitendes Reisen und digitale Jahreskarte in FAIRTIQ-App

Ein großes Projekt ist die Modernisierung der Bordtechnik in allen Bussen des VVV. Rund 330 Fahrzeuge erhalten bis 2020 neue Bordrechner (= moderne Fahrscheindrucker und Betriebsleitsystem), ein Teil der Flotte auch neue Fahrscheinautomaten. Ende Juli läuft der Probebetrieb im Landbus Unterland mit 26 Fahrzeugen. „In die neue Ausstattung werden insgesamt ca. vier Millionen Euro investiert. Unsere Fahrgäste profitieren von einer verbesserten Anschlusssicherung: Die neue Bordtechnik trifft nach vorgegebenen Kriterien automatisierte Fahrentscheidungen und verbessert und automatisiert so die Kommunikation zwischen den Bussen und mit der Zentrale. Das heißt, auch bei Verspätungen warten die Anschlussbusse eine gewisse Zeit. Verpasste Anschlüsse gehören somit Großteils der Vergangenheit an, was eine direkte Verbesserung des Fahrgastnutzens ist.", erklärt Christian Hillbrand, Geschäftsführer des VVV.
Durch die neue Bordtechnik wird immer mehr Echtzeitinformation des Landbus Unterland auch in der CleVVVermobil-App verfügbar. Damit ist Vorarlberg bald flächendeckend mit Echtzeitinformationen versorgt. Kunden können damit auf den ersten Blick erkennen, ob ein Bus pünktlich ist.

Eines der nachgefragtesten Features: die digitale Jahreskartenmitnahme
Die Weiterentwicklung der FAIRTIQ-App erleichtert nicht nur das grenzüberschreitende Reisen in die Schweiz und nach Liechtenstein, sondern macht auch das Mitführen der gedruckten Jahreskarte für die Kundinnen und Kunden des ÖPNV in Vorarlberg obsolet. Durch Eingabe des Geburtsdatums und der Jahreskartennummer wird die Jahreskarte unkompliziert mit der App verknüpft, die Mitnahme der Plastikkarte entfällt somit. "Die abgespeicherte Jahreskarte ist ein zusätzlicher Benefit für unsere Fahrgäste", sagt Christian Hillbrand.

Ende September 2019 feiert FAIRTIQ ersten Geburtstag in Vorarlberg. Bis dato verzeichnet der VVV über 11.000 registrierte Nutzerinnen und Nutzer und ca. 8000 Fahrten pro Monat. Der Grad der technischen Ausgereiftheit der App ist so hoch, dass praktisch alle Fahrten – nämlich 99,5 Prozent – richtig abgerechnet werden. „Sollte es dennoch Schwierigkeiten geben, sind wir bemüht, zeitnah eine Lösung für das Problem zu finden", so Hillbrand.

 

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